Uploaded on Jun 17, 2020
Walt Disney
Walt Disney
Walter Elias Disney wurde am 5. Dezember 1901 in Chicago, als Sohn
eines Bauunternehmers kanadischer Herkunft, geboren.
Seine Mutter stammte aus Ohio. Er wuchs mit seinen Eltern, seiner
Schwester und drei Brüdern in bürgerlichen Verhältnissen auf. 1906
kaufte sein Vater eine kleine Farm in Missouri, wohin die Familie von
Chicago aus übersiedelte. Walt Disney galt als überaus lebhaftes und
fantasievolles Kind, ein Umstand, der oft auf Missbilligung der Eltern
stieß, da sich die Kinder auf dem Hof nützlich machen sollten. Im Alter
von 14 Jahren begann Walt Disney zu malen. Dabei entdeckte er sein
Talent zum Zeichnen von Tieren. Ab dieser Zeit interessierte er sich
auch für die ersten Zeichentrickfilme. Ab 1916 besuchte er Kurse an der
Kunstakademie in Chicago. Im Herbst 1918 versuchte er sich für das
Militär anzumelden. Da er allerdings mit 16 Jahren zu jung war, schloss
er sich dem amerikanischen Roten Kreuz an und reiste nach Frankreich.
Nach Abschluss der Highschool im Jahr 1919 lernte er den Künstler Ub
Iwerks kennen, mit dem er seinen ersten Zeichentrickfilm, einen
Werbekurzfilm, produzierte. Er machte sich mit seinem Bruder Roy O.
Disney selbstständig und gemeinsam mit Iwerks als Art-Direktor,
entstand eine Reihe von Kurzfilmen. Der Erfolg blieb jedoch aus und für
weitere Filme fehlte das Geld.
Im Jahr 1922 reiste er für weitere Studien nach Hollywood. Disney
erkannte das Problem darin, dass die dargestellten Tiere nicht
menschlich genug waren, um sich mit ihnen identifizieren zu können.
Seine Vorstellung war, Tiere in Zeichentrickfilmen so menschlich als
möglich darzustellen und dennoch wie Tiere glaubwürdig auftreten zu
lassen. Diese Idee lachender oder sprechender Tiere war jedoch für
Außenstehende so absurd, dass er für die Umsetzung keine Investoren
gewinnen konnte. In Kalifornien fand Disney einen wagemutigen
Geldgeber, der sich von seinen Ideen überzeugen ließ. Schon bald
wurde mit großem Erfolg die erste Disney-Produktion der Öffentlichkeit
präsentiert. "Oswald der lustige Hase" wurde zum Durchbruch mit
Haken. Der Film wurde von Disney nicht durch Kopierrechte geschützt
und damit ging der größte Teil, den der Film hätte einspielen können,
verloren. 1923 gründete Disney dann die "Disney Company". Am 13.
Juli 1925 heiratete Disney Lillian Bounds in Lewiston, Idaho. Sie
bekamen zwei Töchter. 1926 gelang Disney mit einer von Ub Iwerks
gezeichneten Maus der internationale Durchbruch.
Die "Micky Mouse" wurde geboren. Diesen Namen verdanken die Fans
seiner Frau, denn ursprünglich sollte sie "Mortimer Mouse" heißen. Der
Film wurde zum Riesenerfolg und die "Micky Mouse" zum Weltstar. Ab
1930 erschien "Micky" auch als Comicstrips in Zeitungen. Mit der
Produktion von "Flowers and Trees" gewann er den ersten "Academy
Award". 1932 wurde er für die Erfindung der Maus mit dem
Ehren-"Oscar" ausgezeichnet. Die Idee zur Erschaffung eines
Gegenstücks zur "Micky Mouse" kam Disney im Jahr 1937 beim
Beobachten von Enten. Vor allem das laute und aufbrausende
Schnattern assoziierte er mit einer jähzornigen, ungeschickten und
aufbrausenden Person. Nachdem diese Person in Form einer Ente
geschaffen war, steckte er sie in einen Matrosen-Rock, nannte sie
"Donald Duck" und die Verkaufszahlen der Kinokassen erreichten
Rekordsummen. Nach diesen Erfolgen konnte Walt Disney einen alten
Traum verwirklichen. Er drehte einen abendfüllenden Zeichentrickfilm
fürs Kino, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprach. Als
Vorlage diente das Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge".
Der Streifen feierte in Hollywood Premiere und die Kritiken waren
überwältigend. Der anrührende Märchenfilm wurde 1937 der erste
Zeichentickfilm, der mit einem "Oscar" ausgezeichnet wurde.
In den 1940er Jahren folgten Produktionen wie "Pinocchio", "Fantasia"
und "Bambi". 1948 wurde Disney für seinen ersten Dokumentarfilm
"Seal Island" mit dem "Oscar" ausgezeichnet. 1953 erschien der
Dokumentarfilm "Die Wüste lebt". Dieser Farbfilm zeigte am
eindrucksvollsten die Sichtweise, mit der Walt Disney die Tiere
beobachtete. In den 1950er Jahren folgten Disneys erste große
Spielfilme. Nachdem er bereits 1950 mit "Die Schatzinsel" international
erfolgreich war, entstand 1951 der Klassiker "Alice im Wunderland". Zur
selben Zeit erwarb Disney in Anaheim bei Los Angeles ein Areal und
baute dort den ersten Vergnügungspark mit verschiedenen
Fantasiewelten zu den einzelnen Disney-Figuren. Bis zu seiner
Fertigstellung im Jahr 1955 zählte "Disneyland" zu den umstrittensten
Großinvestitionen der USA. Disneyland wurde jedoch ein solcher Erfolg,
dass das Gelände nach wenigen Monaten den hohen Besucherzahlen
nicht mehr gerecht werden konnte. So wurde schon im nächsten Jahr
mit der Planung von "Disney World" bei Orlando im US-Bundesstaat
Florida begonnen. Vor allen wirtschaftlichen Erfolgen ermöglichte
Disney auch kinderreichen oder sozial schwächeren Familien im ganzen
Land durch seine Unterstützung den Zugang zu den Anlagen.
Mit seiner Arbeit drückte Disney auch seine Sichtweise zur Tierwelt aus,
er appellierte an die Menschen, sie zu bewahren. Mit dem Märchenfilm
"Mary Poppins", mit Julie Andrews in der Hauptrolle, entstand 1964 die
letzte große Kinoproduktion zu seinen Lebzeiten, die mit fünf "Oscars"
ausgezeichnet wurde. Der letzte Film, an dem Disney persönlich
mitwirkte, wurde "Das Dschungelbuch". Die Fertigstellung von "Disney
World" erlebte er nicht mehr.
Walter Elias Disney starb am 15. Dezember 1966 in Burbank.
Disney World in Orlando, Florida, wurde von seinem Bruder
fertiggestellt. Das Unternehmen Walt Disney wurde zu einer
Aktiengesellschaft umfirmiert, die heute innerhalb des Dow-Jones Index
eine der 30 bedeutendsten Gesellschaften Amerikas repräsentiert.
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